Forscher suchten nach einem gefälschten Foto-Upscaler und fanden etwas Seltsameres: ein Ransomware Ein KI-Modell entwickelte dieses Kit, ohne dass es jemandem beigebracht wurde. Kein Programmierer setzte sich hin und schrieb den Angriff Zeile für Zeile. Stattdessen setzte ein KI-Chatbot den Großteil aus einer einzigen allgemeinen Anfrage zusammen, und am Ende funktionierte ein Teil davon genau wie vom Fragesteller beabsichtigt.
Diese Geschichte reiht sich ein in ein größeres Problem, mit dem die Gesellschaft konfrontiert ist und das Sicherheitsexperten schlaflose Nächte bereitet. KI-Tools verändern die Art und Weise, wie Cyberangriffe aussehen, wie verheerend sie sind und wer sie entwickeln kann. Menschen ohne Programmierkenntnisse geben nun eine Anfrage in einen Chatbot ein und erhalten so funktionsfähige Schadsoftware! Das Gute daran ist: Die Übermittlung und Ausführung dieser Angriffe bleiben dieselben wie zuvor. Ihre fundierten Kenntnisse im Bereich Cybersicherheit sind nach wie vor der beste Schutz vor diesen neuen KI-Bedrohungen, denen wir alle ausgesetzt sind.
Das schädliche Website-Tool hieß InfernoGrabber. Äußerlich gab es sich als Discord-Avatar-Upscaler aus, ein kleines Hilfsprogramm, das man oft gedankenlos installiert. Hinter dem harmlos wirkenden Symbol verbarg sich jedoch ein Programm, das darauf ausgelegt war, Discord-Logins, Kreditkartennummern, Krypto-Wiederherstellungsphrasen, Tastatureingaben und Webcam-Aufnahmen zu stehlen. Check Point Research Diese Datei wurde bei der Überprüfung von Dateien im Zusammenhang mit dem KI-Modell DeepSeek gefunden. Dabei wurden weit über tausend ähnliche Schadsoftware-Dateien im selben Datensatz markiert. CyberHoot veröffentlichte ein Schulungsvideo aus dem Jahr 2026 zu ähnlichen Angriffsmethoden – schädlichen Browsererweiterungen. Dies sind neuartige, KI-gestützte Bedrohungen, derer wir uns alle bewusst sein müssen.
Hier kommt der entscheidende Punkt: Tief im Inneren der Schadsoftware verbarg sich eine neuartige Technik: Ransomware, die Dateien verschlüsselt und direkt im Browser ausgeführt wird – ganz ohne Download und Installation! Wir haben nun das erste dokumentierte Beispiel eines Angriffs, der bis jetzt von den meisten Sicherheitsexperten für unmöglich gehalten wurde.
Der Trick nutzt eine echte Browserfunktion namens File System Access API. Normalerweise verwenden legitime Tools wie Bildbearbeitungsprogramme und Dokumentenanwendungen diese Funktion, um die Berechtigung zum Öffnen eines Ordners auf dem Gerät anzufordern. Hier haben die Angreifer jedoch einen gefälschten KI-Foto-Upscaler auf Basis derselben Funktion entwickelt. Zunächst wählt der Nutzer ein Foto aus, legt einen Ordner für das fertige Bild fest und bestätigt eine Berechtigungsanfrage, die im ersten Moment harmlos wirkt. Nach der Bestätigung liest die Seite die Dateien in diesem Ordner, kopiert sie, sperrt die Originale und zeigt schließlich eine Lösegeldforderung in Bitcoin an.
Check Point testete die Methode unter Windows, macOS, Linux und Android sowie Microsoft Edge. Sie funktionierte in allen Fällen bis auf einen. Apples Safari bietet diese Ordnerzugriffsfunktion nicht, weshalb iPhone-Nutzer von diesem speziellen Risiko nicht betroffen sind.
Android birgt hier ein zusätzliches Risiko. Beispielsweise erlauben neuere Versionen von Chrome für Android Websites, Zugriff auf Kamerarollenordner wie DCIM anzufordern, in denen Smartphones Fotos, Screenshots und gescannte Dokumente speichern. Dadurch wird ein Ordner voller persönlicher Fotos und Banking-Screenshots zu einem attraktiven Ziel, sobald eine Website Schreibzugriff darauf erhält.
Das Beunruhigende ist nicht die Malware selbst. Schließlich kursieren bereits zahlreiche Tools zum Datendiebstahl im Internet. Vielmehr ist die Art und Weise, wie diese Malware entwickelt wurde, besorgniserregend. Laut den Forschern von Check Point verknüpfte das KI-Modell selbstständig eine fiktive Ransomware-Idee mit einer realen Browserfunktion, ausgehend von einer allgemeinen Eingabeaufforderung. Bemerkenswert ist, dass weder manuelle Programmierung noch Browserkenntnisse seitens des Entwicklers erforderlich waren. Die Schlussfolgerung ist gravierend: Die Hürde für jeden, der neugierig genug ist, Ransomware zu schreiben, wurde gesenkt. Eine Einschränkung ist hierbei jedoch zu beachten: Diese Malware wurde mit dem DeepSeek-KI-Modell erstellt. CyberHoot ist der Ansicht, dass US-amerikanische Spitzenmodelle über wichtige Sicherheitsvorkehrungen verfügen, die dies selbst bei gezielten Eingabeaufforderungen verhindern.
Sie brauchen kein IT-Sicherheitsstudium, um sich davor zu schützen. Kleine Gewohnheiten, wie z. B. vor dem Gewähren von Ordnerzugriffen kurz innezuhalten und Backups aktuell zu halten, verhindern die meisten Angriffe dieser Art, bevor sie überhaupt beginnen. Wählen Sie eine Gewohnheit aus dieser Liste und setzen Sie sie noch heute um. Fortschritt ist immer besser als Perfektion, und allein das Lesen dieses Textes bringt Sie schon einen Schritt weiter als gestern.
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