Sie kennen sie bestimmt. Eine kleine schwarze Kamera an einem Mast in der Nähe einer Kreuzung, ein Solarpanel darauf, die sich unauffällig in die Umgebung einfügt. Das sind Kameras von Flock Safety, und über 100,000 dieser Kennzeichenlesegeräte sind derzeit in den USA im Einsatz und erfassen rund um die Uhr Fahrzeugdaten. CyberHoot analysierte einen ZDNet-Artikel, der diesen rasanten Anstieg bei Flock-Safety-Kameras beschreibt.
Diese Geschichte reicht weit über Verkehrskameras hinaus. Sie vermittelt eine wichtige Lektion für jeden Unternehmer. Vernetzte Geräte sammeln mehr Daten, als die meisten Menschen erwarten, und die Art und Weise, wie ein Unternehmen diese Daten speichert, weitergibt und schützt, entscheidet darüber, wer geschützt bleibt und wer möglicherweise gefährdet wird.
Die sogenannten Kennzeichenlesekameras sind Kameras, die die Kennzeichen vorbeifahrender Autos fotografieren und aufzeichnen. Sie erfassen weit mehr als nur die Kennzeichennummer. Jedes Fahrzeug wird mit Marke, Modell, Farbe und Details wie einem beschädigten Stoßfänger oder einem Parkaufkleber versehen. Beamte suchen in Klartext nach diesen Informationen, indem sie beispielsweise „blaue Limousine, beschädigter Stoßfänger“ eingeben, oder sie fügen bestimmte Kennzeichen einer Warnliste hinzu und markieren so Treffer im gesamten Netzwerk.
Aktuelle Berichte bringen eine weitere Dimension ins Spiel. Unabhängige Forscher, die die neueren Condor-Kameras von Flock – Schwenk-Neige-Zoom-Modelle zur Personenverfolgung und nicht zur Fahrzeugüberwachung – untersuchten, fanden Suchbegriffe, die auf die Lokalisierung von Personen abzielten, sowie Aufnahmen einer Kamera, die automatisch einem Fußgänger folgte. Dies ist relevant für jeden Geschäftsinhaber, der davon ausgeht, dass eine Richtlinie wie „Wir verfolgen nur Autos“ auch tatsächlich so gemeint ist. Die Datenerfassungsgewohnheiten breiten sich unbemerkt aus, auch in Ihrem Unternehmen – nicht etwa, weil jemand eine Verletzung der Privatsphäre plant, sondern weil eine nützliche Funktion einfach aktiviert und dann vergessen wird.
Kleiner Schritt für Ihr Unternehmen:
Forscher entdeckten Dutzende Flock-Kameras, die Live-Videos ohne Passwort und Verschlüsselung ins offene Internet streamten. Jeder, der den Link fand, konnte Live-Aufnahmen ansehen oder bis zu 30 Tage archivierte Aufzeichnungen herunterladen. Bei einigen Streams waren sogar die Administratoreinstellungen zugänglich. Sobald ein Angreifer Zugriff auf ein solches Gerät erlangt hat, kann er weit mehr als nur Videos ansehen. Er kann beispielsweise Aufnahmen extrahieren, Schadsoftware einschleusen oder das Gerät nutzen, um auf andere Netzwerkdaten zuzugreifen.
Dies spiegelt eine Lektion wider, die wir in jedem CyberHoot-Kurs vermitteln. Eine einzige Schwachstelle entscheidet über die Sicherheit des gesamten Geräts. Ein Standardpasswort, ein offener Port (eine ungeschützte Netzwerkverbindung) oder ein ausgelassenes Firmware-Update machen ein nützliches Werkzeug für jeden zugänglich. Ob das Gerät 200 Dollar kostet oder sich in Ihrem Firmennetzwerk befindet, die Lösung bleibt dieselbe: Ändern Sie die Standard-Zugangsdaten, halten Sie die Software aktuell und überprüfen Sie, wer Fernzugriff hat.
Kleiner Schritt für Ihr Unternehmen:
Flock-Verträge beinhalten häufig eine Funktion, die Kameradaten mit Behörden bundesweit teilt, manchmal ohne lokale Kenntnis. Eine standardmäßig aktivierte Einstellung namens „Nationale Suche“ ermöglicht es Behörden im ganzen Land, lokale Kameradaten zu durchsuchen. Mehrere Kommunen erfuhren erst nach Anfragen nach öffentlichen Dokumenten, dass externe Behörden ihre Systeme durchsucht hatten. Eine Stadt in Oregon stellte fest, dass ihre Datenbank in den ersten drei Wochen eines Pilotprojekts 279 Mal durchsucht worden war.
Kleinunternehmen schließen jedes Jahr Verträge mit Softwareanbietern, Sicherheitslösungen und Cloud-Diensten ab. Nur wenige Inhaber lesen die Klauseln zur Datenweitergabe genau. Der Fall Flock erinnert uns daran, vor jeder Vertragsunterzeichnung eine einfache Frage zu stellen: Wohin gelangen unsere Daten, sobald sie unser Unternehmen verlassen, und wer hat sonst noch Zugriff darauf?
Kleiner Schritt für Ihr Unternehmen:
Eine von der Community erstellte Karte macht es einfach, zu sehen, ob diese Kameras in Ihrer Gegend in Betrieb sind. DeFlock.me bietet eine Live-Karte, die auf öffentlichen Meldungen basiert. Sie können nach Stadt oder Postleitzahl suchen und auf eine Markierung tippen, um Details wie die zuständige Behörde zu erhalten. Da die Karte von Freiwilligen manuell erstellt wird, bedeutet ein leeres Gebiet nicht zwangsläufig, dass keine Kamera vorhanden ist, insbesondere in ländlichen Gegenden, die weniger häufig überprüft werden.
Auch das Erkennen einer solchen Kamera ist ganz einfach. Achten Sie auf ein kleines schwarzes Kameragehäuse an einem Metall- oder Strommast, üblicherweise in der Nähe einer Kreuzung, eines Ortseingangs oder einer Schulzone, mit einem Solarpanel auf der Oberseite.
Sie brauchen kein Sicherheitsbudget wie eine Polizeibehörde, um wirklich etwas zu bewegen. Wählen Sie noch heute ein internetfähiges Gerät in Ihrem Büro aus. Überprüfen Sie das Passwort (aktualisieren und speichern Sie es gegebenenfalls in Ihrem Passwortmanager), stellen Sie sicher, dass die Software aktuell ist, und dokumentieren Sie, wer Zugriff hat (denken Sie an Ihren Passwortmanager!). Dieser einfache Schritt versetzt Ihr Unternehmen von reaktiver zu präventiver Sicherheit und kostet Sie nur zehn Minuten Ihrer Zeit. Treffen Sie heute sicherere Entscheidungen – so beginnen Sie mit starken Sicherheitsgewohnheiten. Legen Sie los!
Was genau erfassen die Kennzeichenlesekameras von Flock?
Flock-Kameras erfassen weit mehr als nur das Kennzeichen. Jedes Fahrzeug wird mit Marke, Modell, Farbe und Details wie einem beschädigten Stoßfänger oder einem Parkaufkleber versehen, und die Beamten greifen in Klartext auf diese Informationen zu. Neuere Condor-Modelle sind Schwenk-Neige-Zoom-Kameras, die zur Personenverfolgung und nicht zur Fahrzeugüberwachung entwickelt wurden.
Wie kann ich überprüfen, ob meine Geschäftsgeräte mit dem Internet verbunden sind?
Führen Sie zweimal jährlich und bei jeder Neuinstallation einen externen Schwachstellenscan Ihrer internetfähigen Geräte durch. Diese automatisierte Prüfung kennzeichnet bekannte Schwachstellen, fehlende Patches und fehlerhafte oder standardmäßige Konfigurationen und liefert Ihnen eine übersichtliche und kostengünstige Liste der zu behebenden Probleme, bevor diese von Dritten entdeckt werden.
Welche Fragen sollte ich einem Anbieter zum Umgang mit meinen Daten stellen?
Ergänzen Sie Ihre Lieferantenliste um eine Zeile, in der Sie jeden Lieferanten direkt fragen, mit wem er Ihre Daten teilt, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Bewahren Sie die Datenschutzerklärung jedes Lieferanten zum Nachschlagen auf und vergewissern Sie sich, dass sie Ihre Daten schützt, sie nicht für das Modelltraining verwendet und klare Regeln für Speicherung, Löschung und Nutzung festlegt.
Wie finde ich heraus, ob sich Flock-Kameras in der Nähe meines Unternehmens befinden?
Nutzen Sie DeFlock.me, eine von der Community erstellte Live-Karte, mit der Sie nach Stadt oder Postleitzahl suchen und auf jede Markierung tippen können, um Details wie die zuständige Behörde zu erhalten. Da die Karte von Freiwilligen manuell erstellt wird, bedeutet ein leerer Bereich nicht zwangsläufig, dass keine Kamera vorhanden ist, insbesondere in ländlichen Gebieten.
Warum ist die Geschichte der Flock-Kamera für die Datenschutzrechte relevant?
Das Netzwerk von Flock erfasst die Fahrtrouten von Fahrzeugen unabhängig davon, ob ein Tatverdacht besteht, und speichert diese Daten in einer Datenbank, die von vielen Behörden weitgehend unkontrolliert genutzt wird. Datenschutzrechte beruhen darauf, dass die Bürger wissen, wer ihre Daten sammelt, wohin diese gelangen und wie lange sie gespeichert werden. Indem diese Fragen gestellt und klare Regeln für die Weitergabe und Speicherung von Daten unterstützt werden, bleibt die Kontrolle in den Händen der Öffentlichkeit und nicht in den Händen derjenigen, die die Daten verwalten.
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